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In Berlin droht akuter Mangel an Erziehern

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin warnt davor, dass notwendige und teilweise bereits eingeleitete Reformen im Bereich der Kindertagesstätten und Grundschulen scheitern, weil ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher fehlen. "Der Mangel an Fachkräften ist absehbar", sagt GEW-Sprecher Peter Sinram. In Berlin stelle sich die Nachwuchsfrage dabei schärfer als in anderen deutschen Großstädten. Das liege zum einen am inzwischen erreichten hohen Altersdurchschnitt der Erzieherinnen, zum anderen an den "unheimlich wenigen" Neueinstellungen in öffentlichen Kitas in den vergangenen Jahren.
Bundesweit werden nach einem Bericht in der jüngsten Ausgabe des "Spiegels" 75 000 Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich benötigt, um das Krippen- und Kinderbetreuungsprogramm von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wie geplant umzusetzen. Das Nachrichtenmagazin verweist dazu auf Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts in München. Die GEW hat bis 2013 sogar einen Bedarf von 100 000 Fachkräften ermittelt - was deutlich mehr wäre als die bestehenden Ausbildungseinrichtungen liefern können. Schon zu Beginn der Kita-Reform sei der Mangel an Fachkräften deutlich spürbar. Der "Spiegel" verweist dazu auf eine Umfrage des Landeselternausschusses in 118 Einrichtungen. Bei der Befragung im vergangenen Sommer hätten demnach 94 Prozent der Eltern über zu wenig Personal geklagt. In den nächsten fünf Jahren werde sich die Lage noch verschärfen, wird Elternausschussvorsitzender Burkhard Entrup zitiert. So seien viele Erzieherinnen zwischen 55 und 60 Jahre alt. "Wenn die demnächst alle in Rente gehen, kriegen wir ein richtiges Problem", so Entrup.


Welt, 26.5.08

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